Wissenschaftliche Erhebungen

 

Kindergesundheit und soziale Lage

 

Beispiel: Brandenburg | Stand: April 2003

Die Daten stehen beispielhaft für die Zusammenhänge zwischen sozialer Lage, gesundheitlichem Zustand und Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen. Die folgenden Daten wurden u.a. aus diversen Berichten des Gesundheitsamtes des Landkreises Oberspreewald-Lausitz sowie vom Land Brandenburg zusammengestellt.

 

1. Soziale Bedingung

Arbeitslosigkeit gesamt 22-30%

Zahl der Sozialhilfeempfänger 18%

Kinder bis 6 Jahre mit ständiger Hilfe zum Lebensunterhalt 17%

Anteil nicht erwerbstätiger Mütter 47%

Anteil alleinerziehender Mütter 12%

Jedes 4. Kind lebt nach der Definition des Sozialrechts in Armut.

 

2. Gesundheitliche und Soziale Wirkungen bei Kindern mit niedrigem Sozialstatus

 

2.1. Medizinisch relevante Befunde:

Einschränkungen im Hören und Sehen 30-39%*

(Oberspreewald-Lausitz)

Sprachstörungen 17-25%

Psychomotorische Störungen 5%

Einnässen und andere psychiatrische Erkrankungen 5%

Störungen am Bewegungsapparat 5%

Übergewicht (Einschulung, * 16-Jährige) 7%, 17%*

Neurodermitis 7%

 

2.2. Soziale Wirkungen:

elementare Entbehrungen

eingeschränkte oder gar keine Beteiligungsmöglichkeiten z.B. an Ausflügen, Klassenfahrten u.a. kulturellen und

  sonstigen kostenpflichtigen Begegnungen

eingeschränktes "Kind sein" - Pflichten und Verantwortung in der Familie übernehmen

mangelhafte gesunde Ernährung, häufiges Kranksein

weniger Möglichkeiten soziale Beziehungen zu trainieren

 

3. Konsum- und Problemverhalten (von ca. 2000 7-Klässlern)

28% rauchen regelmäßig (12 bis 14-Jährige)

5% trinken regelmäßig (14,5% in Ruhland)

3% konsumieren regelmäßig Drogen (Gesamtschule 4%)

12% greifen regelmäßig zu Medikamenten (Förderschule 23%)

13% problematisches Spielverhalten

12% essen, wenn sie sich langweilen oder ärgern

 

4. Subjektive Einschätzung der Belastungssituation (von ca. 2000 7.-Klässler)

5,5% familiäre Situation schlecht

20% familiäres Klima belastet

20% finanzielle Situation zu Hause belastet (31% Schipkau-Annahütte)

23% negative Lebenshaltung, Zukunftsangst

34% verbringen ihre Freizeit alleine

33% empfinden ihre Freizeit als erlebnisarm (39% Schipkau-Annahütte)

34% empfinden das Verhältnis zu Mitschülern negativ

 

Fazit

 

Dies bestärkt uns in unserem Engagement darin, dass wir uns immer wieder in

diesen Bereichen verstärkt engagieren.